Max †

Unser Max                                 10.06.1998  -  26.02.2010

 

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Max am 09.08.2009

 Es begann im Jahr 1999, Eddi und ich bewohnten kaum unsere erste gemeinsame Wohnung, da wurde der Wunsch nach einem Hund laut. Es war Eddis Idee und ich war gleich begeisert. Aber welche Rasse? Eddi schlug vor einen schwarzen Schäferhund. Meine Reaktion zu dem damaligen Zeitpunkt: Schäferhunde gibt es auch in schwarz?? Ungläubig schaute ich nach entsprechenden Annoncen und siehe da: eine sehr knapp gehaltene Verkaufsanzeige für einen schwarzen Schäferhund und das noch nicht mal weit weg. Kann man sich ja mal unverbindlich ansehen…wie dieses Vorhaben oft endet wissen sicher viele. Als wir ihn zum ersten Mal sahen waren wir erschrocken und begeistert zugleich. In seiner unübertroffen offenen Art begrüßte uns ein hochbeiniger, sehr dünner 15 monatiger Rüde von überwiegend schwarzer Färbung und strengem Geruch. Gepflegt ist anders. Aber auf dem folgenden gemeinsamen Spaziergang überzeugte uns sein Wesen, denn er war sehr verspielt, hörte recht gut und hatte sofort einen Draht zu uns.
Wir bereiteten zu Hause alles vor und ca. 1 Woche später, im September 1999, zog “Mäxchen” bei uns ein. Die folgenden Monate und Jahre kann man als überaus ereignisreich beschreiben. Max war von Anfang an sehr anhänglich, verschmust, sehr verträglich mit allen Tieren und wollte einfach immer und überall dabei sein. Er legte schnell an Gewicht zu, an Selbstbewusstein und sein Dickkopf wuchs parallel dazu. Die Spaziergänge waren ein Erlebnis, denn entweder Eddi musste dem Ausreißer querfeldein über Felder und Wiesen folgen, wenn ihm andere Hunde in den Sinn kamen, oder ich musste zum Bremsen an der Straße mich an einer Laterne einhaken, wenn er wieder eine sehr interessante Hündin entdeckt hatte. Er holte kurzum in wenigen Monaten alles bisher Versäumte nach. Leider veränderte sich nach und nach sein Verhältnis zu anderen Hunden.

Nach ca. einem Jahr wurden wir von einer benachbarten Familie angesprochen ob wir denn mit dem Temperamentsbolzen nicht mal eine Hundeschule besuchen wollen. Sie boten uns an uns mitzunehmen und wir nahmen das Angebot dankend an. So landeten wir in einem Erziehungskurs der SV OG Darmstadt 08 und in dieser OG sind wir bis heute hängen geblieben. Heute müssen wir selbst über uns schmunzeln, aber zu dem damaligen Zeitpunkt hatten wir nicht wirklich Erfahrung in Sachen Hundeerziehung und noch weniger in Sachen Hundesport. Auf jeden Fall stellte sich schnell raus: irgendwie scheint bei uns die Rangordnung zu Mäxchens Gunsten verschoben zu sein. 8-O   Er war kein wirklich schwieriger Hund, nur eben unerzogen und stürmisch. Nach dem Erziehungskurs wurde im Verein noch ein Agility Schnupperkurs angeboten an dem wir auch nach einiger Überredung teilnahmen. Das Drama nahm seinen Lauf. Wenn ich dachte dass er mich im Erziehungskurs schon blamiert hat: weit gefehlt. Zum Glück war Max nicht der einzige Rüpel mit schlechtem Benehmen. Hätten die Trainer damals nicht auf mich eingeredet weil sie erstaunlicherweise in ihm viel Potential gesehen haben, wäre ich nach den ersten beiden Stunden gar nicht mehr hingegangen. Dann relativ schnell Eintritt in den Verein, nach relativ kurzer Trainingszeit konnten wir auch die BH bestehen und somit haben wir uns ab diesem Zeitpunkt voll und ganz dem Agility gewidmet. Max wurde noch geröntgt und nachdem er eine sehr gute Hüfte bescheinigt bekam ging es los. Bis wir so richtig mit dem Agility anfingen war Max 3 Jahre alt und er hat es aktiv betrieben bis zu seinem 9. Lebensjahr. Da haben wir ihn aufgrund einer diagnostizierten Spondylose aus dem Sport genommen. Was sehr interessant war, war sein Röntgenergebnis mit 9 Jahren. Die Hüfte wurde zu diesem Zeitpung als “fast-normal”, einseitig evtl. “leichte HD” eingestuft und das bei einem Rüden mit 66 cm, durchschnittlich 32 kg Gewicht und 6 Jahre Agility. Im VPG-Bereich haben wir Max nur zum Ausgleich gearbeitet. Er war immer in Hund der sich nicht durch übertriebene Härte, sondern durch sauberes und gehorsames Arbeiten auszeichnete. Es hat ihm auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und ich bin nach wie vor ein Befürworter Hunde in verschiedenen Sparten ruhig auch parallel zu arbeiten.

Wir haben Max die Liebe zu unserem Hobby zu verdanken! Was alle, die ihn jemals näher kennengelert oder sogar im Sport geführt haben einheitlich sagen: er hatte Charakter. Und das war auch so! Sich anzubiedern nur um arbeiten zu düfen oder der sog. “will to please” das war nicht Seins. Er hat immer gerne Hundesport gemacht, aber immer auf seine Weise. Ich weiß nicht wie oft er mich und Andy im Parcours ignoriert hat um die Parcourshelfer freudig zu begrüßen, oder die Zuschauer, oder um eine kleine Visite in unserem Pavillon zu machen… Und überhaupt konnte er auch nicht verstehen warum Hunde so schnell über die A-Wand eilen. Man hat doch von hier oben einen hervorragenden Ausblick.
Wenn zu dieser Zeit alle Dis geklebt worden wären hätten wir heute ein Buch als Leisungsurkunde. Motiviert war er auf jeden Fall und zu Beginn auch sehr schnell, aber heute noch halte ich alle mit ihm gewonnen Preise in Ehren, denn es waren weit weniger als es hätten sein können. Man wusste nie ob er heute mitarbeitet oder sich Unfug ausdenkt. Irgendwann war ich einfach ziemlich gefrustet dass der Hund, der auf jeden Fall eine super Bindung zu uns hatte, trotzdem im Parcours immer wieder eigene Wege gegangen ist. Auch ganz viele Semiare, Gespräche und die Analyse unserer Läufe von einer Hundespsychologin halfen uns nicht weiter. Es wurde allseits bestätigt dass er eine sehr gute Verbindung zu mir hat, was man auch daran merkte dass er, wenn möglich, 24-Stunden auf mir hing. Aus diesem Grund habe ich Andy den Hund zur Verfügung gestellt und er ist lange Zeit mit ihm auf Turnieren zu sehen gewesen. Max hatte auch einen sehr guten Draht zu Andy, aber sein Verhalten änderte sich nicht. Es war nach wie vor sehr inkonstant in seinen Leistungen, aber freudig und motiviert, ein Clown eben, aber es war immer spannend. Enge Wendungen waren seine absoute Schwachstelle im Agilityparcours, o.k. und vielleicht der Stegaufgang… Aber als seine absolute Stärke muss man das Springen nennen. Egal welche Hürden, welche Distanz, welche Höhe, díe Stangen die er im Turnier abgeworfen hat kann man an beiden Händen abzählen. Das dieser Hund in die A3 gekommen ist hat uns viel Nerven gekostet, aber darauf sind wir heute noch richtig stolz! Es würde mich brennend interessieren wie sich Mäxchen entwickelt hätte wenn ich ihn mit dem heutigen Wissen und der Fülle neuer Ausbildungsmethoden ausgebildet hätte. Das wird man leider nie erfahren, aber ich denke der liebenswerte Clown wäre er geblieben!

2008 hat er seine letzten Turniereinsätze gehabt und ist anschließend in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Als Famlienhund war er einfach unschlagbar und das hatte für uns auch immer oberste Priorität, denn er war ein Familienmitglied und kein Sportgerät und da muss es in erster Linie zu Hause und im Alltag harmonieren. Auch als Niclas auf die Welt kam hat er sich relativ schnell mit der neuen Situation abgefunden und seine Sache prima gemacht. Wir haben ihm großes Vertrauen schenken können.

Für uns alle war es ein ganz schwerer Gang, als wir ihn, relativ überraschend am Freitag den 26. Februar 2010 einschläfern lassen mussten. Die Summe der Erkrankungen hat ihm leider keine Aussicht auf ein schmerzfreies, angenehmens Lebens mehr gelassen und somit haben wir ihn auf seinem letzten Weg begleitet. Uns bleibt nur der kleineTrost ihn nicht unnötigen Schmerzen ausgesetzt zu haben und wir können nur hoffen ihm bis dahin ein erfülltes Leben ermöglicht zu haben.

Er hinterlässt eine nicht zu schließende Lücke und wird immer etwas ganz Besonderes für uns bleiben!
Wir danken für die gemeinsame Zeit und für die Liebe die er uns entgegen gebracht hat!